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Warum hat sich Bitcoin Cash von Bitcoin abgespalten?

2026-01-27
Bitcoin
Bitcoin Cash (BCH) entstand im August 2017 durch einen Hard Fork von Bitcoin. Diese Abspaltung resultierte aus Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Bitcoin-Community hinsichtlich der Skalierbarkeit des Netzwerks. Befürworter von Bitcoin Cash setzten sich für größere Blockgrößen ein, um schnellere Transaktionen und niedrigere Gebühren zu ermöglichen und als Peer-to-Peer-Electronic-Cash-System zu fungieren.

Die Entstehung einer Spaltung: Bitcoins Skalierbarkeitsproblem verstehen

Bitcoin, der 2008 von Satoshi Nakamoto vorgestellt wurde, war als „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ (ein elektronisches Peer-to-Peer-Bargeldsystem) konzipiert. Sein innovatives Design, das auf einem verteilten Kassenbuch (Blockchain) und kryptografischem Proof-of-Work basiert, versprach eine dezentrale Währung frei von staatlicher Kontrolle und traditionellen Finanzintermediären. Doch mit zunehmender Beliebtheit von Bitcoin begann eine grundlegende Designentscheidung erhebliche Herausforderungen mit sich zu bringen: das Limit der Blockgröße.

Ursprünglich implementierte Satoshi Nakamoto ein Limit von 1 Megabyte (MB) pro Block. Diese Begrenzung war nicht Teil des ursprünglichen Protokolls, sondern wurde 2010 als Spam-Präventionsmechanismus hinzugefügt, um es wirtschaftlich unrentabel zu machen, das Netzwerk mit winzigen Transaktionen zu fluten. Viele Jahre lang stellte dieses Limit kein Problem dar, da das Transaktionsvolumen des Netzwerks gering war.

Mitte der 2010er Jahre jedoch stieg die Akzeptanz von Bitcoin sprunghaft an. Da immer mehr Menschen Bitcoin nutzten, wurde die 1-MB-Blockgröße zu einem Flaschenhals. Hier sind die Gründe, warum dies zum Problem wurde:

  • Begrenzter Transaktionsdurchsatz: Ein 1-MB-Block kann nur eine begrenzte Anzahl von Transaktionen aufnehmen, etwa 3 bis 7 Transaktionen pro Sekunde (TPS). Im Vergleich zu traditionellen Zahlungsnetzwerken, die tausende TPS verarbeiten, war die Kapazität von Bitcoin stark eingeschränkt.
  • Transaktionsstau: Wenn die Nachfrage nach Transaktionen die Kapazität des Netzwerks überstieg, füllte sich der „Mempool“ (der Ort, an dem unbestätigte Transaktionen warten).
  • Steigende Transaktionsgebühren: Um Miner zu incentivieren, ihre Transaktionen in den nächsten Block aufzunehmen, mussten Nutzer höhere Gebühren anbieten. Dies führte zu einem „Gebührenmarkt“, auf dem Transaktionen mit höheren Gebühren priorisiert wurden, was die durchschnittlichen Transaktionskosten erheblich in die Höhe trieb.
  • Langsame Bestätigungszeiten: Da die Blöcke oft voll waren, konnte es Stunden oder sogar Tage dauern, bis Transaktionen bestätigt wurden, insbesondere bei hoher Nachfrage oder wenn Nutzer niedrigere Gebühren wählten.

Diese Probleme standen im direkten Widerspruch zu Bitcoins ursprünglichem Ziel, ein schnelles, kostengünstiges elektronisches Bargeldsystem für den täglichen Gebrauch zu sein. Die Community stand vor einer kritischen Entscheidung: Wie lässt sich Bitcoin skalieren, um der globalen Nachfrage gerecht zu werden, ohne die Kernprinzipien der Dezentralisierung und Sicherheit zu gefährden?

Die grundlegende Uneinigkeit: Skalierungslösungen

Die Wachstumsschmerzen des Bitcoin-Netzwerks entfachten eine heftige Debatte innerhalb der Community, die oft als „Block Size War“ (Blockgrößen-Krieg) bezeichnet wird. Es bildeten sich zwei philosophische Hauptlager, die grundlegend unterschiedliche Ansätze zur Skalierung vertraten:

On-Chain-Skalierung (Big Blockers)

Die Befürworter der On-Chain-Skalierung glaubten, dass der direkteste und effektivste Weg zur Behebung des Engpasses eine direkte Erhöhung des Blockgrößen-Limits sei. Ihre Argumente wurzelten in der Idee, dass Satoshis ursprüngliche Vision von „elektronischem Bargeld“ einen hohen Transaktionsdurchsatz und niedrige Gebühren erforderte, was nur erreicht werden könne, wenn mehr Transaktionen in jeden Block passen.

  • Philosophie: Die Anhänger dieser Ansicht, oft als „Big Blockers“ bezeichnet, sahen die Notwendigkeit, Bitcoin so weiterzuentwickeln, dass die wachsende Nachfrage direkt auf der Haupt-Blockchain verarbeitet werden kann. Sie betonten Einfachheit und Direktheit und argumentierten, dass die Erhöhung der Blockgröße eine natürliche Entwicklung sei.
  • Vorteile (aus Sicht der Befürworter):
    • Erhöhter Durchsatz: Größere Blöcke würden mehr Transaktionen pro Block ermöglichen und die Kapazität des Netzwerks sofort erhöhen.
    • Niedrigere Gebühren: Da mehr Platz zur Verfügung stünde, würde der Wettbewerb um die Aufnahme in einen Block sinken, was theoretisch zu niedrigeren Transaktionsgebühren führen würde.
    • Einfachheit: Es wurde als direktere und weniger komplexe Lösung im Vergleich zu Off-Chain-Methoden angesehen.
    • Erfüllung der Vision: Sie glaubten, dass dieser Ansatz der Rolle von Bitcoin als direktes Peer-to-Peer-Bargeld am treuesten bliebe.
  • Bedenken (aus Sicht der Gegner):
    • Zentralisierungsrisiko: Größere Blöcke erfordern mehr Bandbreite, Speicherplatz und Rechenleistung für den Betrieb von Nodes. Dies könnte Hobby-Betreiber oder unabhängige Node-Betreiber verdrängen, was zu weniger, dafür größeren und potenziell zentralisierteren Mining-Pools und Full Nodes führen würde.
    • Propagationsverzögerungen: Größere Blöcke benötigen länger, um im Netzwerk verbreitet zu werden. Dies erhöht das Risiko von „Orphan Blocks“ (Blöcke, die von Minern gefunden, aber vom Netzwerk nicht akzeptiert werden), was die Sicherheit des Netzwerks beeinträchtigen könnte.
    • Wachstum der Blockchain-Größe: Die Blockchain würde viel schneller wachsen, was es für neue Nutzer schwieriger machen könnte, die gesamte Historie herunterzuladen und zu verifizieren, was die Dezentralisierung weiter schwächen würde.

Off-Chain-Skalierung (Small Blockers / SegWit-Befürworter)

Umgekehrt argumentierte ein anderer bedeutender Teil der Community, oft als „Small Blockers“ oder „Core-Entwickler“ bezeichnet, dafür, das Blockgrößen-Limit relativ klein zu halten. Sie waren überzeugt, dass Bitcoins primärer Wert in seiner beispiellosen Dezentralisierung, Sicherheit und Zensurresistenz liege, die durch übermäßig große Blöcke gefährdet werden könnten. Sie plädierten für „Off-Chain“-Lösungen, bei denen viele Transaktionen außerhalb der Haupt-Blockchain stattfinden und nur die Endergebnisse auf der Mainchain abgerechnet werden.

  • Philosophie: Dieses Lager betrachtete die Bitcoin-Blockchain als eine sichere, unveränderliche „Abrechnungsebene“ (Settlement Layer) für hochwertige Transaktionen, während alltägliche Mikrotransaktionen effizienter auf sekundären Ebenen (Layer 2) abgewickelt werden könnten. Sie priorisierten Dezentralisierung und robuste Sicherheit über die reine Transaktionsgeschwindigkeit auf der Hauptkette.
  • Wichtige untersuchte Off-Chain-Lösungen:
    • Lightning Network: Ein vorgeschlagenes Netzwerk von Zahlungskanälen, das sofortige, kostengünstige Transaktionen zwischen Parteien ermöglicht, ohne dass jede einzelne Transaktion auf der Haupt-Blockchain aufgezeichnet werden muss. Nur das Öffnen und Schließen von Kanälen wird an die Mainchain übertragen.
    • Sidechains: Separate Blockchains, die so konzipiert sind, dass sie mit der Haupt-Bitcoin-Blockchain interagieren können, sodass Vermögenswerte zwischen ihnen verschoben werden können.
  • Vorteile (aus Sicht der Befürworter):
    • Verbesserte Dezentralisierung: Kleine Blockgrößen stellen sicher, dass der Betrieb eines Full Nodes für einen breiten Teilnehmerkreis zugänglich bleibt, was die Dezentralisierung des Netzwerks stärkt.
    • Erhöhte Sicherheit: Kleinere Blöcke reduzieren Propagationsprobleme und potenzielle Angriffsvektoren, die mit sehr großen Blöcken verbunden sind.
    • Massive Skalierbarkeit: Off-Chain-Lösungen wie das Lightning Network versprachen um Größenordnungen mehr Transaktionskapazität, als jede On-Chain-Erhöhung bieten könnte, ohne die Hauptkette aufzublähen.
    • Innovation: Es förderte die Entwicklung neuer Technologien, die auf Bitcoin aufbauen.
  • Bedenken (aus Sicht der Gegner):
    • Komplexität: Off-Chain-Lösungen führen neue Ebenen der Komplexität und neue potenzielle Fehlerquellen oder Angriffspunkte ein.
    • Zentralisierung in anderer Form: Kritiker argumentierten, dass Lösungen wie das Lightning Network zu einer Zentralisierung um große Zahlungs-Hubs führen könnten.
    • Kein „Electronic Cash“ mehr: Einige empfanden das Auslagern von Transaktionen als Abkehr von der ursprünglichen Vision Bitcoins als direktes Peer-to-Peer-Bargeldsystem; Bitcoin würde so eher zu digitalem Gold oder einem reinen Abrechnungs-Asset werden.

Segregated Witness (SegWit): Der Kompromiss und der Katalysator

Inmitten dieser hitzigen Debatte tauchte ein spezifischer Vorschlag auf, der zum zentralen Streitpunkt wurde: Segregated Witness oder SegWit. SegWit wurde von Bitcoin-Core-Entwicklern entwickelt und zielte darauf ab, eine moderate Erhöhung der Transaktionskapazität zu erreichen und gleichzeitig einen kritischen Protokollfehler namens „Transaction Malleability“ (Transaktions-Verformbarkeit) zu beheben, der die Entwicklung von Off-Chain-Lösungen wie dem Lightning Network behinderte.

Was SegWit bewirkt:

  • Trennung der Witness-Daten: SegWit trennt (segregates) im Wesentlichen die Transaktionssignaturen (Witness-Daten) von den eigentlichen Transaktionsdaten. Diese Witness-Daten machen normalerweise einen erheblichen Teil der Größe einer Transaktion aus.
  • Effektive Kapazitätserhöhung: Durch das Verschieben der Witness-Daten in eine separate Struktur zählen diese nicht mehr in gleicher Weise gegen das 1-MB-Limit. Stattdessen wurde ein neues Limit namens „Block Weight“ (4 Millionen Weight Units) eingeführt. Dies ermöglichte es effektiv, mehr Transaktionen in einen Block zu packen, was die Kapazität des Netzwerks je nach Transaktionsmix um das 1,7-fache bis 2-fache erhöhte.
  • Behebung der Transaction Malleability: Vor SegWit war es einem Angreifer möglich, die ID einer Transaktion geringfügig zu ändern, *bevor* sie bestätigt wurde, selbst ohne die eigentlichen Transaktionsdetails zu ändern. Dies machte den Aufbau abhängiger Transaktionen (wie im Lightning Network benötigt) sehr schwierig. Die Trennung der Signaturen durch SegWit löste dieses Problem.

Warum SegWit umstritten war:

Trotz seiner technischen Vorzüge und der Tatsache, dass es sich um einen „Soft Fork“ handelte (abwärtskompatibel, was bedeutet, dass alte Nodes ohne Upgrade weiterlaufen konnten, obwohl sie SegWit-Transaktionen nicht vollständig validieren würden), stieß SegWit auf erheblichen Widerstand im Lager der Big Blocker:

  • Unzureichende Kapazität: Sie sahen die Kapazitätserhöhung als zu gering an, um den langfristigen Skalierungsbedarf zu decken, und betrachteten sie eher als temporären Patch denn als fundamentale Lösung.
  • Unnötige Komplexität: Sie argumentierten, dass die Protokolländerungen übermäßig komplex seien und neue Variablen einführten, während eine einfache Erhöhung der Blockgröße ausgereicht hätte.
  • Fokusverschiebung: Viele hatten das Gefühl, dass SegWit ein gezielter Schachzug war, um Bitcoin zu einem Settlement Layer zu machen, anstatt ein direktes elektronisches Bargeldsystem zu bleiben. Sie sahen darin eine Priorisierung des „Digital Gold“-Narrativs gegenüber dem alltäglichen Nutzen.
  • Politische Implikationen: Die Einführung von SegWit wurde hochgradig politisiert und war mit Machtkämpfen zwischen verschiedenen Entwicklerteams, Mining-Pools und Unternehmen verknüpft.

Der Weg zum Hard Fork: Eine Chronologie der Uneinigkeit

Die Skalierungsdebatte war kein plötzlicher Ausbruch, sondern ein langwieriger Konflikt über mehrere Jahre, der sich allmählich zuspitzte und schließlich in der Spaltung gipfelte.

  • Frühe 2010er Jahre: Diskussionen über das Blockgrößen-Limit begannen aufzukommen, zunächst auf theoretischer Ebene.
  • 2015: Der „Block Size War“ intensivierte sich. Verschiedene Vorschläge zur Erhöhung der Blockgröße wie Bitcoin XT (2 MB), Bitcoin Classic (2 MB, später anpassbar) und Bitcoin Unlimited (flexible Blockgröße basierend auf Miner-Präferenz) entstanden. Keiner von ihnen erlangte einen breiten Konsens oder genug Unterstützung für eine Aktivierung.
  • 2016: SegWit wurde formell von den Bitcoin-Core-Entwicklern vorgeschlagen. Es erhielt signifikante Unterstützung von vielen Entwicklern und Nutzern, stieß aber auf starken Widerstand bei Minern und Unternehmen, die der Big-Blocker-Philosophie nahestanden.
  • Mai 2017: Das „New York Agreement“ (NYA), auch bekannt als SegWit2x, wurde ausgehandelt. Dies war ein Versuch eines Kompromisses zwischen den gegnerischen Fraktionen. Es schlug vor:
    1. Die Aktivierung von SegWit (als Soft Fork).
    2. Die Durchführung eines separaten, geplanten 2-MB-Blockgrößen-Hard-Forks drei Monate später.
    • Obwohl viele Unternehmen und Miner anfangs unterzeichneten, fehlte dem NYA die Unterstützung der Bitcoin-Core-Entwickler und eines großen Teils der Nutzer-Community. Kritiker sahen die 2-MB-Hard-Fork-Komponente als gefährlich, überhastet und als potenzielle Bedrohung für die Dezentralisierung an.
  • Juli 2017: Da die Frist für die SegWit-Aktivierung näher rückte und kein Konsens über den 2-MB-Hard-Fork in Sicht war, erkannten die Befürworter größerer Blöcke, dass ihre Vision auf der Haupt-Bitcoin-Chain wahrscheinlich nicht umgesetzt werden würde.
  • 1. August 2017: Der Hard Fork, der Bitcoin Cash erschuf, fand statt. Eine Gruppe von Entwicklern, Minern und Unternehmen unter der Führung von Persönlichkeiten wie Roger Ver und Jihan Wu entschied sich, ihre Vision einer größeren Blockgröße umzusetzen. Sie spalteten die Bitcoin-Blockchain ab und schufen eine neue, separate Kette mit anderen Regeln. Damit entstanden effektiv zwei unterschiedliche Kryptowährungen: Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCH).
    • Mechanik eines Hard Forks: Ein Hard Fork ist eine dauerhafte Abweichung im Protokoll einer Blockchain. Er erfordert, dass alle Nodes und Nutzer auf die neuen Regeln upgraden. Wenn nicht alle upgraden, spaltet sich die Kette. Zum Zeitpunkt des Bitcoin-Cash-Forks erhielt jeder, der Bitcoin (BTC) hielt, automatisch die gleiche Menge an Bitcoin Cash (BCH) auf der neuen Kette.

Bitcoin Cash: Vision und Merkmale

Bitcoin Cash entstand aus dem Wunsch heraus, den On-Chain-Skalierungsansatz direkt umzusetzen und Bitcoins ursprüngliche Mission als globales Peer-to-Peer-Bargeldsystem für alltägliche Transaktionen wiederherzustellen. Die Befürworter glaubten, dass nur durch eine signifikante Erhöhung der Blockgröße der notwendige Durchsatz und die niedrigen Gebühren für diese Vision erreicht werden könnten.

Die wichtigsten Merkmale und philosophischen Grundlagen von Bitcoin Cash bei seiner Entstehung waren:

1. Deutlich größere Blockgröße

  • Sofortige Auswirkung: Bitcoin Cash startete mit einem Blockgrößen-Limit von 8 MB, eine erhebliche Steigerung gegenüber Bitcoins 1 MB. Dieses Limit wurde im Mai 2018 weiter auf 32 MB erhöht.
  • Ziel: Bereitstellung ausreichender Transaktionskapazität, Senkung der Gebühren und Gewährleistung schnellerer Bestätigungszeiten durch Vermeidung von Block-Staus. Die Befürworter sahen eine Zukunft, in der BCH Millionen von Transaktionen pro Tag verarbeiten kann, was Mikrozahlungen und täglichen Handel ermöglicht.
  • Rechtfertigung: Big Blocker argumentierten, dass die Hardware-Kapazitäten (Bandbreite, Speicher) weit genug fortgeschritten seien, um größere Blöcke ohne nennenswerte Zentralisierung zu bewältigen.

2. Verzicht auf SegWit

  • Bitcoin Cash hat SegWit bewusst nicht implementiert. Die Befürworter betrachteten SegWit als eine übermäßig komplexe Lösung, die das eigentliche Problem nicht grundlegend löste und die Aufmerksamkeit von der „wahren“ Lösung – der direkten Blockgrößenerhöhung – ablenkte.

3. Anpassbarer Schwierigkeitsalgorithmus (DAA)

  • Kontext: Hard Forks stehen oft vor der Herausforderung schwankender Hashpower unmittelbar nach der Spaltung. Wenn ein Großteil der Miner auf der ursprünglichen Kette bleibt, kann die neue Kette unter sehr langsamen Blockzeiten leiden, da ihr Schwierigkeitsanpassungs-Mechanismus zu träge reagiert.
  • Ursprüngliche Lösung (Emergency Difficulty Adjustment - EDA): Bitcoin Cash implementierte zunächst einen Notfall-Mechanismus (EDA). Dieser erlaubte es, die Mining-Schwierigkeit viel schneller als in Bitcoins normalem 2-Wochen-Rhythmus zu senken, falls die Blockzeiten zu lang wurden. Dies führte jedoch zu sehr unregelmäßigen Blockproduktionen.
  • Verbesserte Lösung (DAA): Aufgrund der Instabilität durch den EDA ersetzte Bitcoin Cash diesen im November 2017 durch einen ausgefeilteren Difficulty Adjustment Algorithm (DAA). Dieser neue DAA zielte darauf ab, die Blockproduktion konsistent auf 10-Minuten-Intervalle zu stabilisieren, unabhängig von Schwankungen der Hashrate.

4. Starker Replayschutz (Replay Protection)

  • Ein kritischer Bestandteil jedes Hard Forks ist der Replayschutz. Ohne ihn könnte eine Transaktion, die auf einer Kette gültig ist, auch auf der anderen gültig sein. Das bedeutet: Wenn man BCH sendet, könnte dieselbe Transaktion auf der BTC-Kette „wiederholt“ (replayed) werden, was dazu führt, dass man versehentlich auch BTC versendet. Bitcoin Cash implementierte einen starken Replayschutz, um sicherzustellen, dass Transaktionen auf der einen Kette auf der anderen ungültig sind.

Die Folgen und die Evolution von Bitcoin Cash

Der Hard Fork am 1. August 2017 löste sofortige Wellen im gesamten Kryptomarkt und in der Community aus.

Marktakzeptanz und Spaltung der Community

  • Anfängliche Volatilität: Nach dem Fork gewann BCH schnell an Wert, schwankte jedoch stark. Alle Bitcoin-Halter erhielten die gleiche Menge an BCH, was zu einem Verteilungsereignis von beispiellosem Ausmaß führte.
  • Spaltende Rhetorik: Die Trennung verschärfte bestehende Spannungen. BCH-Befürworter behaupteten, das „echte Bitcoin“ zu sein, während BTC-Anhänger BCH oft abfällig als „Bcash“ bezeichneten und Bitcoins Netzwerkeffekt sowie dessen Sicherheit betonten.
  • Neues Ökosystem: Bitcoin Cash begann, ein eigenes Ökosystem aus Entwicklern, Wallets, Börsen und Händlern aufzubauen, die an seine Mission glaubten.

Nachfolgende Forks: Bitcoin SV

Die Skalierungsdebatte endete nicht mit der Erschaffung von Bitcoin Cash. Innerhalb der BCH-Community kam es erneut zu Uneinigkeiten über die optimale Blockgröße und die Roadmap, was im November 2018 zu einem weiteren Hard Fork führte:

  • Bitcoin ABC (heute primär Bitcoin Cash, BCH): Dieser Zweig hielt am Entwicklungspfad mit 32-MB-Blöcken fest.
  • Bitcoin SV (BSV): Unter der Führung von Craig Wright und Calvin Ayre forderte Bitcoin SV („Satoshi's Vision“) noch größere Blöcke (anfänglich 128 MB, später Aufhebung des Limits) und eine strikte Einhaltung des ursprünglichen Protokoll-Designs.

Aktueller Status

Heute existiert Bitcoin Cash (BCH) als eigenständige Kryptowährung mit eigenem Mining-Netzwerk und Nutzerbasis. Es bleibt seiner On-Chain-Skalierungsstrategie treu. Während es die Marktkapitalisierung von Bitcoin (BTC) nicht erreicht hat, hat es sich eine Nische als Netzwerk für schnelle und günstige Transaktionen geschaffen.

Ein Vergleich der Philosophien

Der Fork von Bitcoin Cash verkörpert zwei grundlegend unterschiedliche Philosophien darüber, wie eine dezentrale digitale Währung skalieren sollte.

Bitcoin (BTC) – Der „Digital Gold“ / Settlement-Layer-Ansatz

  • Hauptfokus: Dezentralisierung, Sicherheit, Zensurresistenz und Unveränderlichkeit.
  • Skalierungsstrategie: Priorisiert Off-Chain-Lösungen wie das Lightning Network; sieht die Haupt-Blockchain als robuste Abrechnungsebene.
  • Vision: Globaler Wertspeicher („digitales Gold“) und Basisschicht für ein mehrschichtiges Finanzsystem. Kleine Blöcke sind essenziell, damit jeder einen Node betreiben kann.

Bitcoin Cash (BCH) – Der „Electronic Cash“-Ansatz

  • Hauptfokus: Hoher Transaktionsdurchsatz, niedrige Gebühren und direkte Nutzbarkeit als Zahlungsmittel.
  • Skalierungsstrategie: On-Chain-Skalierung durch große Blöcke; die Hauptkette soll alle Transaktionen direkt verarbeiten können.
  • Vision: Ein Tauschmittel für alltägliche Transaktionen, das den Titel von Satoshis Whitepaper wörtlich nimmt.

Lehren aus dem Fork

Der Bitcoin-Cash-Fork ist eine tiefgreifende Fallstudie über die Dynamik dezentraler Governance:

  • Herausforderungen dezentraler Governance: Ohne zentralen „CEO“ ist Konsens alles, aber bei strittigen Themen extrem schwer zu erreichen.
  • Die Macht der Ideologie: Die Debatte war nicht nur technischer Natur, sondern tief ideologisch geprägt. Beide Seiten glaubten, die „wahre Vision“ zu verteidigen.
  • Innovation vs. Stabilität: Der Fork verdeutlichte das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach schneller Skalierung und der Notwendigkeit, fundamentale Prinzipien wie Dezentralisierung zu schützen.
  • Marktdynamik und Netzwerkeffekt: Bitcoin (BTC) behielt seine dominante Marktposition bei, was die Stärke etablierter Netzwerkeffekte unterstreicht. Dennoch zeigte BCH, dass der Markt auch konkurrierende Visionen unterstützen kann.

Der Bitcoin-Cash-Fork bleibt ein definierender Moment in der Geschichte der Kryptowährungen – ein Zeugnis für die Komplexität dezentraler Evolution und ein fortwährender Diskussionspunkt über die Zukunft des digitalen Geldes.

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