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In 3 Minuten praktische Krypto-Tools verstehen: Wie liest man die „Liquidationskarte“?

Um Gejagtwerden und Gegenpositionen zu vermeiden – die Marktbewegungen sind alle in diesem Diagramm verborgen.

Wenn du mit Krypto-Futures handelst, hast du diese Situation wahrscheinlich schon einmal erlebt:


Die Richtung stimmte eigentlich, aber dein Stop-Loss wurde abgefischt oder der Preis prallte genau nach Berühren deines Liquidationspreises wieder ab. Hat es der Markt etwa auf mich abgesehen?


Keine Sorge, das ist kein Fluch. Wir sind lediglich in die Liquidationspunkte des Marktes getappt. Das Erlernen der Liquidations-Map (Liq Map) kann dich davor bewahren!

Du kannst mit der Version von CoinGlass üben:
https://www.coinglass.com/zh-TW/pro/futures/LiquidationMap

🔍 Was ist eine Liquidationsmap?

Eine Liquidationsmap zeigt basierend auf Marktdaten, der Verteilung von Hebelpositionen und Preisvolatilitätsmodellen an, in welchen Preisbereichen eine relativ große Anzahl an ausstehenden Liquidationen existiert.


Wenn Liquidationspunkte eng beieinander liegen, kann dies nach Erreichen des Preises einen spiralförmigen Dominoeffekt auslösen. Wenn beispielsweise nach einem Kursanstieg ein Preisniveau mit vielen Short-Liquidationen erreicht wird, bedeutet das Glattstellen von Short-Positionen den Kauf von Long-Positionen, was den Preis weiter nach oben treibt.


Einfach ausgedrückt:

Die Liquidationsmap ist keine Vorhersage und zeigt keine exakten Werte an, aber sie verrät dir, wo der Markt relativ gesehen volatiler werden oder eine plötzliche Beschleunigung erfahren könnte.

🧠 Warum brauchen Trader eine Liquidationsmap?

Weil eine Liquidation kein gewöhnlicher Marktkauf oder -verkauf ist, sondern ein erzwungener Geschäftsabschluss. Die Dynamik ist hierbei wesentlich stärker als bei normalem Handel.


Du kannst die Liquidationsmap in folgenden Situationen zur Unterstützung nutzen:


1. Breakout-Trading

Beobachte die Dichte der Liquidationen an wichtigen Preisniveaus, um die Wahrscheinlichkeit eines Durchbruchs besser einschätzen zu können.


2. Risiko von abgefischten Stop-Losses senken

Setze deinen Stop-Loss außerhalb der Liquidationscluster, um zu verhindern, dass du durch Wash-Trading von Institutionen aus dem Markt gespült wirst.


3. Besseres Take-Profit-Management

Zonen mit hoher Liquidationsdichte sind oft Orte, an denen der Preis stagniert, dreht oder sich extrem schnell bewegt.


4. Strategien für große Orders

Bereiche mit hoher Liquidität eignen sich gut für den Ein- und Ausstieg, da sie weniger Slippage verursachen.

📈 Wie liest man eine Liquidationsmap?

X-Achse = Preisbereich


Y-Achse = Liquidations-Intensität (keine exakte Anzahl der liquidierten Kontrakte, sondern nur die relative Dichte der Liquidationen in diesem Bereich)


Am Beispiel von BTC:


In der Grafik siehst du:


Balken (Gelb/Blau/Rot) = Liquidationscluster (Liquidation Clusters)


Die Balken rechts vom aktuellen Preis stehen für Short-Liquidationen (Short Squeeze).


Die Balken links davon stehen für Long-Liquidationen (Long Squeeze).


Die Farben dienen lediglich dazu, die Cluster der verschiedenen Hebelstufen deutlicher zu machen. Auf CoinGlass gibt es Ansichten für 10x, 25x, 50x und 100x Hebel.

Je höher der Hebel, desto näher liegt der Liquidationsbereich am aktuellen Preis, was den kurzfristigen Trend stärker beeinflusst.



Wenn die Liquidationspreise vieler Hebelpositionen sehr nah beieinander liegen, bildet sich dort ein Liquidationscluster (Liq Cluster).


Wenn der Preis diesen Bereich berührt, führt das zu:

1. Auslösung massiver Zwangsliquidationen

2. Ausführung durch das System mittels Market-Orders

3. Preisbeschleunigung in dieselbe Richtung

4. Abfischen weiterer Liquidationspreise

5. Auslösung einer Liquidationsspirale


Dies sind auch die Liquiditätszonen, die Institutionen gerne nutzen, da das Abfischen einer Liquidationszone sofort Liquidität schafft.

🧪 Praktische Übung (CoinGlass-Version)

Öffne die Liquidationsmap für BTC / ETH / SOL und achte auf drei Dinge:


① Achte auf die Liquidationszonen nahe am aktuellen Preis

Dichte auf der rechten Seite → Kurzfristig leichtes Auslösen von Short-Liquidationen → Preissprung nach oben

Dichte auf der linken Seite → Mögliche Long-Liquidationen mit Dominoeffekt → Beschleunigter Abverkauf


② Achte auf Dichte und Höhe der Balken

Je dichter → Desto eher wirkt es als Zündpunkt

Je höher → Desto heftiger ist die Volatilität nach der Liquidation


③ Kombiniere Zeitrahmen und Hebel

Niedriger Hebel = Geringerer Einfluss

Hoher Hebel + Kurzfristigkeit = Anfällig für heftige Marktbewegungen


📍 Zum Abschluss ein kleiner Hinweis:

Die Liquidationsmap ist kein Zukunftsindikator und kein direktes Handelssignal.


Sie ähnelt eher einem 2-fach-Visier für ein Scharfschützengewehr in PUBG: Sie hilft dir zu erkennen, wo die Schwachstellen des Marktes liegen, wo Beschleunigungszonen sind und wo mögliche Sniper-Positionen des Marktes lauern.


Handelsentscheidungen müssen jedoch weiterhin auf der eigenen Strategie und Informationen basieren. Vergiss niemals die Bedeutung des Risikomanagements. Viel Erfolg!

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